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Entstehung und Geschichte des Turniers
Entstehung
Ausgangspunkt waren unsere eigenen Erfahrungen mit diversen Turnieren, die wir als Gäste besucht haben. Die zahlreichen (namenlosen) Amateure bezahlen ihr Startgeld, das im wesentlichen die Profis einkassieren, nur selten hat man mal die Aussicht auf einen Geldpreis - selbst wenn man mal ein Superturnier spielt, gewinnt man eher keinen Ratingpreis, weil es irgendwie doch jemanden gibt, der noch besser ist.
So kamen wir auf die folgenden Idee: Wir machen ein Turnier, das nicht einfach ein zusätzliches Open im Schweizer System ist. Im Zuge der schnelllebigeren Zeiten hat sich in den letzten Jahren sowohl die Bedenkzeit als auch die Turnierform in Schach gewandelt, dem wollen wir entgegentreten, indem wir ein Rundenturnier spielen. Wie soll das funktionieren, wenn wir uns nicht nur auf 8 Teilnehmer beschränken wollen? Eigentlich ganz einfach: Die Startrangliste wird in Achtergruppen eingeteilt, also die Spieler mit den Ranglistennummern 1-8 kommen in die Gruppe A, die Spieler mit den Nummern 9-16 in die Gruppe B, etc. Innerhalb dieser Gruppen wird dann ein Rundenturnier gespielt. Das hat den Vorteil, dass jeder 1. etwa gleichstarke Gegner bekommt und 2. eine realistische Chance (1:8) auf einen Turniersieg hat. Damit sich der Turniersieg auch wirklich "lohnt", gibt es in jeder Gruppe nur einen einzigen Geldpreis, der sich dann allerdings unserer Meinung nach wirklich sehen lassen kann. Insofern erklärt sich auch der Name des Turniers: Der erste gewinnt alles, die anderen gehen leer aus. Davon versprechen wir uns außerdem umkämpfte Partien, weil es hier eben nicht reicht, mit einigen Remisen die Ziellinie zu erreichen. Bei Punktgleichheit soll die Entscheidung nicht im Blitzschach oder durch Wertung fallen, sondern der Geldpreis geteilt werden.
Wir sind selber sehr gespannt auf die Erfahrungen mit dem Turnier und würden uns freuen Sie als Spieler zu begrüßen. Gerne stehen wir auch für Fragen zur Verfügung
Dirk Husemann und Johannes Orth, Januar 2005
Geschichte und Zwischenbilanz
Nach nunmehr 7 Ausgaben des Sekt oder Selters Turnieres ist es an der Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Sieben Mal konnte das Turnier mit der Unterstützung des Brackweder Schachklubs von 1924 ausgerichtet werden, die Rückmeldungen der Teilnehmer waren dabei durchweg positiv, so dass wir uns entschieden haben, mit unserem neuen Verein zweihochsechs das Turnier fortzuführen.
Auch unsere Bilanz fällt sehr positiv aus. Die Teilnehmerzahlen sind von der Tendenz her steigend, dabei ist das Turnier in der Spitze nicht mehr so stark besetzt wie bei den ersten Ausgaben. Aber das wird kompensiert durch sehr enge und spannende Gruppen. Im Schnitt kommt es pro Ausgabe in nicht mehr als einer Gruppe vor, dass diese vorzeitig entschieden ist. Auch lagen wir mit unserer Vermutung, dass es umkämpfte Partien geben wird, richtig. Selbst in der letzten Runde kämpfen die Teilnehmer, die nicht mehr mit dem Gruppensieg in Verbindung zu bringen sind, ihre Partien ordentlich aus. Und ein Blick auf die Remisstatistik zeigt, dass die Quote deutlich niedriger ist als zu befürchten war, wenn in Rechnung gestellt wird, dass eigentlich nur Gleichstarke gegeneinander antreten. Einmalig ist sicher auch der recht hohe Preisfonds, der ausschließlich an Amateure geht: Bei der Austragung 2010 wurden mehr als 3000 Euro Preisgeld nur an Amateure ausgegeben - welches andere Turnier kann das von sich behaupten?
Insgesamt sind wir zufrieden mit den bisherigen Austragungen und sind zuversichtlich, dass wir diese positiven Tendenzen in der Zukunft fortführen können.
Dirk Husemann & Johannes Orth, im Januar 2012